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Candidate Experience: Der Bonustrack

Bildschirmfoto 2014-10-07 um 20.42.07„Ein Bonustrack ist ein Musikstück, das bei einer Neu- oder Erstauflage eines Musikalbums oder einer Musik-DVD zusätzlich zur normalen Titelliste hinzugefügt wird und so das eigentliche Album verlängert. Hierbei kann es sich um vergessene Single-B-Seiten, unver-öffentlichte Live-Tracks, Interviews, Multimedia-Inhalte (…) handeln.“  Das steht in Wikipedia. Vor wenigen Tagen habe ich in einem Gastbeitrag auf dem JobsBlog drei konkrete, rasch umsetzbare Gratis-Tipps für eine bessere Candidate Experience formuliert. Das war gewissermassen die A-Seite. Jetzt lege ich noch einen Bonustrack, einen vierten Tipp, obendrauf. 

Künzli – die mit den fünf Klötzli

2014-03-01 14.35.15Im Rahmen meiner Recherchen zum Frechmut-Fachbuch habe ich die Unternehmerin Barbara Artmann kennengelernt. Eine beeindruckende Persönlichkeit und deshalb auch Galionsfigur für meine Frechmut-Essenz „Mut“. Barbara Artmann hat die Schweizer Traditionsfirma Künzli in letzter Minute vor dem Schicksal vieler anderer Schweizer Schuh- und Bekleidungsunternehmen gerettet. Auf der Basis von Tradition und Bewährtem hat sie die Marke gewissermassen neu erfunden.

Künzli-Sneakers sind ein Must-have nicht nur in dieser Saison – und eine echte A-Seite in meiner persönlichen Schuhhitparade. Was hat nun aber Barbara Artmann mit Candidate Experience zu tun? Viel, denn die pfiffige Unternehmerin versteht nicht nur viel von Schuhen, sondern auch von Führung und dem Umgang mit bestehenden und künftigen Mitarbeitenden. Ihr Credo: „Was gut ist für den Menschen, ist auch gut für die Firma.“

„Bewerbungen sind ein Vertrauensbeweis in Ihre Arbeitgebermarke“

Manchmal scheint es mir, als wären Bewerbungen für uns Personaler eine Last, eine Plage, ja fast schon ein Anschlag auf unsere ganz persönliche Work-Life Balance. Nicht so für Barbara Artmann. In „Einstellungssache: Personalgewinnung mit Frechmut und Können“ ist nachzulesen, was Barbara Artmann über die Unsitte, nicht einmal eine Absage auf Bewerbungen zu geben, denkt:

„Das ist eine Frechheit. Bewerbungen sind ein starker Vertrauensbeweis in die Marke Künzli. Diesen möchte ich rechtfertigen. Ich versuche, auch bei der Personalarbeit und im Recruiting bei jedem Schritt den Menschen in den Vordergrund zu stellen. Weil wir ein starker Brand sind, erhalten wir oft sehr viele Bewerbungen, wenn wir eine Stelle zu besetzen haben. Ich versuche, so persönlich und so individuell wie möglich zu kommunizieren. Das gilt gerade auch bei Absagen – ich habe sogar schon Dankesschreiben für meine Art, wie ich die negativen Botschaften überbringe, erhalten.“

Tja, dem ist ja wohl nichts hinzufügen. Oder doch – vielleicht diese Grafik aus einer topaktuellen Studie von meta HR, Stellenanzeigen.de und Prof. Dr. Wald. 80 Prozent aller befragten Personen teilen ihre – guten wie schlechten – Erfahrungen mit ihrem Umfeld:

CandEx_Grafik

Hier können Sie die komplette Studie gratis downloaden.

Tipp: Beantworten Sie jede Zuschrift, jede Bewerbung. Denken Sie daran: Jede/r abgewiesene/r Bewerber/in ist immer auch ein Multiplikator auf dem Arbeitsmarkt – und ein potenzieller Kunde bzw. Kundin. Und achten Sie einmal darauf, was über Sie und Ihren Umgang mit Bewerbern auf Kununu geschrieben wird. 

Die drei anderen „hands-on“ Tipps für Ihr „Kandidaten-Erlebnis“ finden Sie hier.

Der Bonustrack – (fast) passend zur Jahreszeit

Bonus-Tracks hiessen also die „Zusatzsongs“ auf den Alben. Das Pendant bei den Singles war die B-Seite. Dass diese bisweilen noch besser und erfolgreicher als die A-Seiten waren, beweist dieses Beispiel: Last Christmas von Wham war eigentlich „nur“ die B-Seite von „Everything she wants“. Und weil in knapp zwei Wochen bereits Weihnachten ist…

Auf Wiederlesen.

Kommentare ( 4 )

  • Cornel Müller (@jobagent) sagt:

    Lieber Jörg, wie immer sehr gut geschrieben und v.a. genau auf den Punkt gebracht! Vielen Dank.
    En Gruess,
    Cornel

  • Jan Willand sagt:

    Das Beispiel von und mit Frau Artmann ist immer wieder lesenswert. Mir begegnen so viele zahlenorientierte Bessermacher, die den Zusammenhang zwischen Kultur, Mitarbeitenden, Ergebnis und damit letztlich Erfolg nicht verstehen…denen möchte man zurufen: ruft doch mal Frau Artmann an und fragt, was Unternehmen nach vorn bringt. Außer einem gesunden Kosten-Ertrags-Verhältnis. Danke nochmal für dieses tolle Fallbeispiel. Und für den erneut frischen Blogbeitrag ohnehin.

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