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Der Recruiting-Bus von Voith

Wimmelbild kleinBei der Voith AG in Deutschland wimmelt es nur so von guten Ideen. Gerade erst für ihre frechmutige Vine-Kürzestvideostellenanzeigen ausgezeichnet, lancieren die kreativen Recruiter den nächsten Coup: Den Azubi-Bus mit bunten Wimmelbildern. Michael Witt erläutert die Hintergründe. Und ich, warum mich das an den ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel erinnert.

Michael Witt war noch nicht auf der Welt, als der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel in einer Fernsehsendung aus voller Kehle ein Volkslied schmetterte:

 

Ich bin mir sicher, dass der 38-jährige Vollblutrecruiter Witt bei einer Passage speziell hinhörte: „… ich möchte so gerne noch schauen, aber der Wagen, der rollt.“ Witt lässt nämlich in diesen Tagen für seinen Arbeitgeber, die Voith Industrial Services mit 20‘000 Mitarbeitenden an 170 Standorten weltweit, den Wagen rollen. Konkret: Den Voith Azubi-Bus. Der VW-Bus ist zwar nicht ganz so elegant und schön wie ein blau-weisser Trolleybus der Verkehrsbetriebe Zürich, aber auch ganz gut geworden… Auf jeden Fall rollende Personalwerbung vom Feinsten.

Der Azubi-Bus von Voith

Das Team von Voith Industrial Services geht in diesen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Strasse. Sie demonstrieren in und um Ingolstadt, was Voith jungen Talenten im handwerklichen Bereich zu bieten hat. Ansprechen wollen die Industriedienstleister vor allem Elektronikerinnen und Elektroniker und nutzen dazu das Stilmittel des „Wimmelbildes“, in dem es von einzelnen Bildern nur so „wimmelt“. Diese zeigen den Werdegang eines Auszubildenden vom Schulabschluss bis hin zur Bewerbung bei Voith. Sieht wirklich toll aus, finde ich.

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Ich habe mit Michael Witt noch ganz kurz vor dem heutigen „Tourstart“ gesprochen.

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Michael, gratuliere zum neuen Job!

Michael Witt: „Warum? Ich bin schon länger bei Voith, zwei Jahre konkret.“

Ich meinte natürlich zum Job als Busfahrer

Michael Witt: (lacht) „Ach so, nein, so ist das nicht gemeint. Das machen in der Regel Kollegen, die das besser können. Schliesslich fliesst in meinen Adern kein Benzin, sondern Recruiterblut.“

… und das kommt bei Eurer neuesten Aktion gehörig in Wallung, nehme ich an?

Michael Witt: „Und ob. Wir alle freuen uns, dass es nun losgeht. Wir wollen, nein wir müssen wirklich etwas für unsere Nachwuchssicherung tun. Die Ausbildung ist ein wichtiger und grundlegender Bestandteil unserer Rekrutierungsstrategie. Wir schenken ihr viel Aufmerksamkeit schenken. Mit unserem „Azubi-Bus“ wollen wir ganz einfach neue Ausbildende gewinnen. Diese versuchen wir, nach ihrer Ausbildung zu halten und als feste Mitarbeiter zu übernehmen.“

Warum ausgerechnet mit einem VW-Bus?

PC180014Michael Witt: „Wir haben uns für diese Aktion entschieden, weil wir damit sowohl den regionalen Gegebenheiten im Großraum Ingolstadt als auch den Interessen der Jugendlichen gerecht werden. Zudem wollten wir unser Geschäftsfeld Automotive auch offline stärker in Szene setzen. Wenn der Bus dann durch die Region fährt, wollen wir natürlich zum einen Aufmerksamkeit erregen, zum anderen aber auch den komplexen Ablauf der Ausbildung erläutern. Aufgedruckte QR-Codes führen zu einer eigenen Internetseite, die dem Betrachter noch mehr Informationen liefert. Zudem werden wir mittels Augmented Reality, also der computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung, ein paar Szenen verankern, in denen noch mehr relevante Informationen, Filme, Mitarbeitergeschichten oder Online-Spiele hinterlegt sind. Es gibt also weit mehr zu entdecken, als die offensichtliche Comic-Geschichte.“

Das tönt vielversprechend. Warum klappert Ihr mit dem Bus nicht alle Standorte ab und fokussiert Euch stattdessen auf den Standort Ingolstadt?

Michael Witt: „Zu den Kunden von Voith Industrial Services im Bereich Automotive zählen vorrangig namhafte Unternehmen der Automobilindustrie, in deren unmittelbaren Nähe wir unsere Standorte haben. Darum herrscht in Ingolstadt eine angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt. Da ist es wichtig, mit pfiffigen und nachhaltigen Ideen die Aufmerksamkeit interessanter Kandidaten zu wecken. Dies wollen wir mit dem Bus erreichen.“ 

… und dafür habt Ihr Euch extra einen Bus angeschafft, der nun die verkehrsreichsten Strassen Ingolstadts rauf und runter fährt?

Michael Witt: „Nein, natürlich nicht. Der Bus ist ein Baustellenfahrzeug, der ist sowieso auf den Strassen in unserer Region zuhause. Bis im Mai werden wir den Bus jedoch mit einzelnen Aktionen begleiten – auch über unseren Twitter-Kanal.“

Nach so viel Arbeit hat das Team um Michael Witt ein Bier verdient, finde ich. Wie sang doch Walter Scheel so schön:

«Postillon in der Schenke
füttert die Rosse im Flug,
schäumendes Gerstengetränke,
reicht der Wirt mir im Krug.»

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