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Immer besser vernetzt: Die Pläne von Xing in der Schweiz.

Ich weiss nicht, was genau Robert Beer, Country Manager Xing Schweiz und Österreich, dachte, als er vor 30 Jahren an der Wendeschlaufe in Zürich Seebach im Tramcockpit seinen ehemaligen Französischlehrer entdeckte. Wer weiss: Vielleicht war es ja das schlechte Gewissen wegen nachlässig gepaukter Vokabeln und abgeschriebenen Examen? Ein bisschen mutmassen wird man ja wohl noch dürfen. Mais c’est un secret bien gardé… Auf jeden Fall eint den „Züri Hegel“ Robert Beer, Xing und die Verkehrsbetriebe Zürich etwas ganz Zentrales: Alle verbinden Sie clever Menschen aus aller Welt und alle stehen sie für die intelligente Nutzung von Verbindungen und Netzen. Grund genug also für mich, Robert Beer zu einem Blitzbesuch in die VBZ Leitstelle einzuladen und ihn nach den Plänen von Xing in der Schweiz zu befragen.

Die VBZ Leitstelle ist so etwas wie der Mikrokosmos des täglichen Zürcher Verkehrsspektakels:

In der VBZ Leitstelle in Zürich Altstetten spielt sich konzentriert auf wenigen Quadratmetern ab, was im Zürcher Stadtverkehr passiert. Hier laufen alle Informationen von über 600 VBZ Trams und Bussen zusammen, hier werden Informationen und Wissen ausgetauscht und die Kommunikationsfäden im VBZ-Netzwerk richtig gesponnen.  Fast wie bei Xing – auch hier geht es um Vernetzung und den Austausch von Wissen. Entsprechend beeindruckt zeigt sich Robert Beer, Country Manager von Xing bei seinem Besuch in der VBZ Leitstelle. Als gebürtiger Zürcher kennt er das Verkehrsnetz bestens und erinnert sich an viele Begebenheiten mit den VBZ – so wie die Geschichte mit dem ehemaligen Französischlehrer. Übrigens keine Seltenheit: Die Verkehrsbetriebe beschäftigen unter ihren 1300 Fahrerinnen und Fahrer viele Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus fast allen Berufen. Von Piloten, Journalistinnen, Bankern bis hin zu Fussreflexzonen-Masseurinnen.

Xing

Während es die VBZ schon seit über 130 Jahren gibt, wurde Xing vor knapp 10 Jahren, also 2003, gegründet – damals noch als „open BC“, als open Business Club. Und so funktioniert Xing:

http://www.youtube.com/watch?v=zwk1KvnZxGw

In den 10 Jahren seit dem Start in Hamburg ist vieles geschehen. Das Unternehmen ist börsenkotiert, macht über 70 Millionen Euro Umsatz und hat mit Zukäufen wie dem online Ticketanbieter Amiando und zuletzt der Wiener Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu in der HR Szene für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen beschäftigt über 500 Mitarbeitende und hat seit 2010 eine Schweizer Repräsentanz. Dort führt Robert Beer als Country Manager die Geschicke für Xing in der Schweiz (und für Österreich).

Robert Beer von Xing im grossen Interview über die Pläne von Xing in der Schweiz

Robert Beer, sagen Sie, was heisst eigentlich Xing? Ich höre nie eine klare und eineindeutige Antwort auf diese Frage.

Robert Beer: „Das Wort hat verschiedene Bedeutungen, es kann auf unterschiedliche Art verstanden werden. Eine der Bedeutungen im Chinesischen ist zum Beispiel „can do“ während es in Amerika als Kurzform für „crossing“ verstanden wird und Kreuzungen ankündigt.“

Auf Ihrem Xing Profil steht: „Ab Mai 2013 unterstützen wir Sie mit neuem Team in der Schweiz im E-Recruiting und im Employer-Branding.“ Sie bauen ganz offensichtlich in der Schweiz aus. Was sind Ihre Pläne?

Robert Beer: „Ab Mai startet XING mit einem eigenem Aussen- sowie Innendienst in der Schweiz für die Beratung vor Ort in Direct Recruiting, E-Recruiting und Employer Branding.“

Wie können wir als Schweizer HR-Professionals von diesem Ausbau profitieren?

Robert Beer: „Schnellere Wege, ein sehr kompetenter Aussendienst und mehr lokales Know-How werden die Beratungsqualität verbessern und auch die Bedeutung des Schweizer Marktes innerhalb XING stärken. Auch vor Ort Schulungen und Best Practice Beispiele werden für HR-Profis zugänglich.“

Bei den Jahreszahlen 2012 weisen Sie für die Schweiz eine starke Zunahme beim Traffic aus. Worauf führen Sie dieses im Vergleich zu Deutschland und Österreich überdurchschnittlich grosse Wachstum von 30% zurück?

Robert Beer: „XING wuchs auch in DE und AT sehr schön. Auf Produktseite haben wir in den letzten zwei Jahren viel richtig gemacht und u.a. neue nützliche Features vorgestellt – auf einer benutzerfreundlichen Plattform. Der Wert des Networkings wird zudem von immer mehr Business Professionals und Firmen erkannt. Der Schweizer ist per se schon ein aktiver Netzwerker und da scheint unsere Kommunikation und unser lokales Engagement – u.a. mit 20 Schweizer Ambassadorgruppen und 10´000 Events via XING – auf fruchtbaren Boden zu fallen.“

Sie haben in der Schweiz rund eine halbe Million User. In der Schweiz gibt es rund 4 Millionen Beschäftigte. Da schlummert noch ein ganz schönes Wachstumspotenzial, oder?

Robert Beer: „Das sehen wir auch so. In einigen Branchen ist die Durchdringung schon sehr hoch, andere entdecken das Business Networking erst. Erfahrungen aus anderen Märkten zeigen, dass eine Durchdringung von 25% nicht unrealistisch ist. Die Durchdringung in der deutschsprachigen Schweiz ist übrigens die höchste in D-A-CH.“

Wie sieht es in der französischsprachigen Schweiz aus? Xing ist ja vor allem im deutschsprachigen Raum präsent, während die Romandie doch eher auf Linkedin oder Viadeo setzt.

Robert Beer: „Unser Kernmarkt ist ganz klar der deutschsprachige Markt – ein Wachstumsmarkt mit 100 Mio Einwohnern. Wer in diesem Markt Kandidaten sucht, kommt an XING nicht vorbei. Wir wollen diesen Nutzern ein professionelles Networking Erlebnis bieten, und sie in vielen Bereichen des täglichen Berufslebens unterstützen.“

A propos Linkedin. Wie sieht es im Rennen um die Vorherrschaft in der Schweiz aus – besteht da ein erbittertes Konkurrenzdenken mit dem Konkurrenten aus Kalifornien?

Robert Beer: „Natürlich schauen wir uns den Wettbewerb an, fürchten brauchen wir ihn aber nicht. Linkedin ist ein internationaler Wettbewerber, der ein Produkt für den kleinsten gemeinsamen Nenner anbietet. Wir sind vor Ort und können Angebote machen, die wirklich relevant sind. Dank unseres regionalen Fokus und der lokalen Präsenz müssen wir kein „one size fits all“  Produkt anbieten. Beispiele dafür sind unsere offline Präsenz, Kununu, Kundenservice, Datenschutz. Zudem: Wir haben mehr als 500.000 Mitglieder in der Schweiz mit mehr als 66.000 zahlenden Mitgliedern. Auch die Ergebnisse einer grösseren  Studie in der Schweiz zeigen auf, dass XING das Hauptnetzwerk in der deutschsprachigen Schweiz ist, d.h. dass ein Grossteil der Parallelnutzer XING als Primär- und LI als Sekundärnetzwerk (passiv) nutzt.“

Zurück zu Xing: welche Pläne haben Sie mit der beliebten Recruitermitgliedschaft?

Robert Beer: „Wir haben im September den XING Talentmanager (XTM) gelauncht, dieser verfügt über eine Reihe von Funktionen, das Suchen und direkte Ansprechen von Kandidaten über XING so übersichtlich und effizient wie nie zuvor machen. Mit dem XTM stellen wir Firmen jeglicher Größe ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem sie sich im stetig zunehmenden Fachkräftemangel erfolgreich behaupten können. Langfristig wird der XTM die Recruitermitgliedschaft ablösen.“

Und so funktioniert das neue Recruiter-Flaggschiff von Xing für die Recruiter:

http://www.youtube.com/watch?v=B3iCRinSCx0

Herr Beer, ein grosser Asset von Xing ist aus meiner Sicht die Übersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit. Zuletzt haben Sie immer wieder neue Features wie zum Beispiel den Marktplatz für Freiberufler entwickelt und in die Seite integriert. Laufen Sie da nicht Gefahr, sich vor lauter Innovationen zu verzetteln und den durchschnittlichen User mit immer neuen Möglichkeiten gar zu überfordern?

Robert Beer: „In regelmäßigen Test mit unseren Usern prüfen wir, wie sie potentielle neue Features annehmen, wie intuitiv sie sich bedienen lassen und so weiter. Das Nutzer-Feedback ist sehr aufschlussreich und wird  für die Weiterentwicklung des Produkts verwendet. Umgekehrt überprüfen wir immer wieder, wie Features genutzt werden und verabschieden uns vereinzelt auch von denen wieder, die wenig verwendet werden.“

A propos: Was ist eigentlich Ihre ganz persönliche Lieblingsfunktionalität bei Xing, Herr Beer?

Robert Beer: „Ganz klar die Dornröschen-Funktionalität.“

Wie bitte?

Robert Beer: „Damit meine ich die Möglichkeit, sich als latent Jobsuchende/r auf Xing zu positionieren und im Profil die Gründe darzulegen, warum ich auf Xing bin. Dabei kann ich unter anderem auch deklarieren, ob ich an Karrierechancen interessiert, sprich ob ich angesprochen werden will und die Sichtbarkeit auf Recruiter einschränken. Diese können dadurch die Dornröschen unter den wechselwilligen Arbeitnehmer/-innen wachküssen. Für Recruiter eine interessante und im wahrsten Sinne des Wortes wertvolle Funktionalität und für Xing Mitglieder ein bequemer Weg zu spannenden Jobangeboten.“

… den Sie auch persönlich nutzen?

Robert Beer: (lacht laut) „Wieso, sind Sie Recruiter?“

Exakt! Also?

Robert Beer:Ich bin in meinem Job sehr glücklich.“

Okay, versuchen kann man ja es einmal. Anderes Thema: Unter den HR-Fachleuten gibt auch die Kununu-Integration zu reden. Nicht alle sind begeistert, dass nun auf Xing die Bewertung der dort präsenten Arbeitgeber aktiv gepusht wird. Welche Strategie verfolgen Sie mit kununu?

Robert Beer: „Employer Branding ist ein großer Wachstumsmarkt in DACH: Das Thema steckt hier noch in den Kinderschuhen und wir sehen viel Potential. So wie XING Vitamin B demokratisiert,  hat kununu dasselbe mit dem Thema Arbeitgebermarke getan: Sie haben verdeutlicht, dass es nicht länger reicht, als Unternehmen nur eine schöne Website zu haben oder eine perfekte Hochglanzbroschüre. Um als guter, attraktiver  Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, muss man zuallererst ein solcher sein. kununu funktioniert für die Jobsuche ähnlich, wie Hotelbewertungsplattformen für die Reiseplanung: Auf kununu bewerten Mitarbeiter, Ex-Mitarbeiter, Auszubildende und Praktikanten ihr Unternehmen unter anderem in Bezug auf Betriebsklima, Aufstiegschancen und Gehalt. Dadurch bekommen Jobsuchende einen Einblick in Unternehmen aus erster Hand. Darüber hinaus haben Arbeitgeber die Möglichkeit, kostenpflichtige Profile für Employer Branding auf kununu zu erwerben und sich interessierten Talenten optimal zu präsentieren. Gemeinsam bieten kununu und XING den Nutzern einzigartige Einblicke in das Innere von Unternehmen. Und Firmen können mit unserer Hilfe ihre Position im Kampf um Talente stärken. Das ist umso wichtiger, da öffentliche Arbeitgeberbewertungen durch die Mitarbeiter der jeweiligen Firmen nachhaltiges Employer Branding unerlässlich machen.“

Auch wenn der Mobile-Tsunami die HR-Welt noch nicht überrollt hat: Die Schweiz ist in Sachen Mobile europaweit ganz vorne dabei, auch bei Xing. Bereits 33% aller Zugriffe kommen vom Smartphone oder Tablet, mehr als in Deutschland und Österreich und doppelt so viele wie im Vorjahr. Wie ist Ihre Einschätzung – werden schon in diesem Jahr mehr Menschen mobile xingen als vom PC aus?

Robert Beer: „Das glaube ich nicht, denn viele Nutzer verwenden beide Endgeräte. Unterwegs im Tram kann man sehr gut Nachrichten beantworten und schauen, was sich in seinem Netzwerk so tut, dadurch wird der zusätzliche Zeitaufwand fürs das professionelle Netzwerken kleiner.“

… und wann kommt die für das iPad optimierte App?

Robert Beer: „Der Launch ist sehr kurzfristig geplant.“

Herr Beer, vielen Dank für das spannende Gespräch. Zum Abschluss mal so ganz unter uns und im natürlich ganz im Vertrauen – mit welchen Neuerungen aus der Xing-Innovationspipeline dürfen wir 2013 rechnen?

Robert Beer: „Wir werden uns unter anderem  auf die Premium-Mitgliedschaft konzentrieren, und unseren Mitgliedern im Laufe des Jahres hier deutlich mehr bieten  – online wie offline. Zudem wird uns der eRecruiting Markt intensiv beschäftigen.“

Vielen Dank Herr Beer für das Gespräch… und die Gutscheine! Robert Beer offeriert drei Leserinnen oder Lesern dieses Blogs eine dreimonatige Premium-Mitgliedschaft. Testen Sie die „Vollmitgliedschaft“ im besten Netzwerk im deutschsprachigen Raum für drei Monate oder verlängern Sie Ihre bestehende Mitgliedschaft um drei weitere Monate. Schicken Sie mir einfach eine Mail mit dem Vermerk „und es hat Xing gemacht“ an joerg@buckmanngewinnt.ch. Zusätzlich offeriert Ihnen Xing hier Gratiseintritte an die Personal Swiss. Und an dieser Stelle noch der Hinweis auf die Recruiter-Seminare in der Schweiz.

Auf Wiederlesen.

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