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Social Media Guidelines: Etwas Juristenfutter und zehn Videoinspirationen

Aufnahme1Im HR-Umfeld ist fast alles geregelt. Themenfelder wie zum Beispiel Arbeitszeugnisse oder juristisch korrekte Trennungen füllen in den Buchhandlungen ganze Regale. Doch es gibt noch ein wenig entdecktes und erforschtes Fleckchen Personalererde, ein wilder Dschungel mit jungfräulichen Pfaden. Ich spreche von der grossen weiten Social Media Welt.

Die sozialen Medien haben längst die Berufswelt erobert. Dabei sind die Trennlinien zwischen „privat“ und „beruflich“ unscharf. Wie sollen Unternehmen mit den Social Media Aktivitäten ihrer Mitarbeitenden umgehen? Ich habe mich mal wieder mit der Anwältin meines Vertrauens unterhalten – Vanessa Niedermann arbeitet in der renommierten Zürcher Anwaltskanzlei ePartners Rechtsanwälte AG.

Vanessa, wozu brauchen wir jetzt gopfriedstutz auch noch in der freien Social Media Welt Regeln – gibt’s denn davon noch nicht genug?

Vanessa Niedermann: „Social Media ist ein rechtlich hoch brisantes Thema. Das Internet entwickelt sich rasant schnell, so dass das Recht dieser Entwicklung fast nicht zu folgen vermag. Entsprechend ist einiges rechtlich noch unklar oder umstritten.“

Wunderbar – endlich einmal wieder etwas Spielraum für uns im HR!

niedermann_bigVanessa Niedermann: „Das grosse Problem des Internets ist, dass das, was einmal auf einer Social Media Plattform gepostet wurde, kaum mehr rückgängig gemacht werden kann. Ein einmal veröffentlichter Post ist praktisch nicht mehr aufzuhalten. Auf Facebook, Twitter und Co. kann alles in extrem kurzer Zeit unzählige Male geteilt und verbreitet werden. Zudem vergisst das Internet nicht, d.h. auch vermeintlich gelöschte Einträge oder Mitteilungen können wiederhergestellt bzw. irgendwo wieder aufgefunden werden. Es empfiehlt sich also, mindestens zweimal zu überlegen, ob man etwas wirklich posten will.“

Wunderbar – also alles Privatsache…

Vanessa Niedermann: „Dieses Thema betrifft nicht nur Privatpersonen, sondern immer stärker auch Unternehmen. Die Reputation eines Unternehmens hängt unter anderem auch von seinen Arbeitnehmern ab. Da diese heutzutage praktisch alle in irgendeiner Form in Social Media vertreten sind, kann deren Auftritt in diesen Social Media folglich auch Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Für Letztere ist es deshalb sehr empfehlenswert, Social Media Guidelines zu erlassen.“

Okay – was gehört denn Deiner Meinung nach in so eine Guideline? Was rätst Du meinen Leserinnen und Lesern?

Vanessa Niedermann: „Klären Sie als Unternehmen für Ihre Arbeitnehmer mindestens die folgenden Fragen in schriftlich verbindlichen Social Media Guidelines:

  • Was ist unter dem Begriff „Social Media“ zu verstehen („nur“ private Netzwerke wie Facebook u.ä. oder auch berufliche Netzwerke wie LinkedIn u.ä.)?
  • Darf/muss ich in Social Media für das Unternehmen auftreten (wenn ja, was genau darf/muss ich tun?) oder soll/darf ich dies ausschliesslich als Privatperson?
  • Darf ich in Social Media unter einem Pseudonym auftreten? Wenn ja, gibt es irgendwelche Einschränkungen?
  • Darf ich Fotos vom Arbeitsplatz posten? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?
  • Wenn ich einen bereits bestehenden Inhalt verbreiten will, wie muss ich vorgehen (Angabe der Quelle, Einverständnis der betroffenen Person, usw.)?
  • Welche Informationen sind vertraulich, d.h. dürfen auf keinen Fall (in Social Media) öffentlich zugänglich gemacht werden?
  • Wen kann ich betreffend diesbezüglichen Fragen kontaktieren? Gibt es einen „Social Media Manager“?
  • Wie ist allfällige Korrespondenz über Social Media mit Geschäftspartnern zu handhaben?

Vanessa, Richtlinien zum Gebrauch von Social Media schreien geradezu danach, nicht in der langweiligen Papierform erstellt zu werden, sondern als Video. Dazu gibt es schon viele gute Beispiele. Ist so etwas aus juristischer Sicht empfehlenswert?

Vanessa Niedermann: „In der Tat, viele Social Media Guidelines sind auch als Video einsehbar, dieses Beispiel gefällt mir zum Beispiel ganz gut:

In diesem Video werden die Social Media Guidelines des betreffenden Unternehmens kurz, einfach, klar und verständlich dargestellt. Aber Achtung: Solche Videos ersetzen jedoch nicht die Schriftlichkeit. Noch wichtiger als sonst gilt im Internet: Handeln Sie als Unternehmen präventiv. Wenn bereits etwas passiert ist, ist es zu spät.“

Wollen Sie das Gespräch mit Vanessa Niedermann zu diesem Thema vertiefen oder die versierte Arbeitsrechtlerin zu anderen Themen ansprechen? Kein Problem, Sie finden sie an der Personal Swiss in der Messe Zürich am STand R.05 in Halle 4. Ob es auch anständige „Bhaltis“ gibt weiss ich zwar nicht, aber lassen Sie sich überraschen.

Videosammlung

Und hier eine Zusammenstellung weiterer verfilmter Social Media Guidelines:

 

Auf Wiederlesen

 

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