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Tinka: Die VBZ lancieren Personalmarketing-Comicstrip

Don’t talk, shoot! Der heutige Beitrag startet mit der ganz grossen Abrechnung! Ja, und zwar gegen Vorurteile und sogar auch ein bisschen auch gegen Fräulein Ulmann (oder hiess sie Uhlmann? Oder Ullmann? However…). Auf jeden Fall war sie meine Klassenlehrerin in der dritten Klasse und hat mich ziemlich direkt, um das einmal nett zu sagen, für den Konsum von Comics massgeregelt und in meinem Leseverhalten den Untergang der abendländischen Kultur gesehen – oder so. Nun, was kann ich dagegen sagen. Vielleicht ganz einfach, dass der buckmanngewinnt schliesslich ja nicht mit einem Interesse für Personalmarketing auf die Welt gekommen ist, sondern als (mehr oder weniger) normaler Junge. Und als solcher habe ich natürlich auch ganz normale und altersgerechte Lektüre gelesen und das war damals, in der Dritten, Bessy. Die Bravo kam später, andere sehr geschätzte hochinteressante Zeitschriften noch etwas später…(Achtung, Sie klicken hier auf eigene Verantwortung…). Auch wenn ich heute nicht gerade als Hundefreund bekannt bin, so habe ich die Abenteuer von „Andy Cayoon“ dem Sohn eines Rangers und seiner Collie-Hündin Bessy damals regelrecht verschlungen. Inwiefern mir das geschadet hat – sollen doch die urteilen, die mich näher kennen.

Jetzt haben die VBZ und ich Comic als Kunstform wieder neu entdeckt und ich freue mich wie klein Jörg früher göttlich über wöchentlich neue Abenteuer. Was früher Andy und seine Hündin Bessy waren, ist heute Tinka, die Tramführerin! Und die Beiden haben überraschend viele Gemeinsamkeiten. So ist auch die VBZ-Tinka, jung, etwas unter Dreissig, sympathisch, und auch sie erlebt in ihrem Alltag so manch kleines und grösseres Abenteuer. Auch Tinka, die Tramführerin, hat ein Tier, das nie von ihrer Seite weicht: ihr Cobra-Tram. Sie nennt es liebevoll-ironisch Kaa, so wie die Schlange aus dem Dschungelbuch. Öfters spricht sie gar mit ihr. Und wie Andy mit seiner Hündin erlebt auch Tinka mit Kaa viele spannende, lustige, manchmal auch traurige, häufig aber auch skurrile Geschichten.

Comic als Kommunikationsmittel passt perfekt zu den VBZ und ihrer Absicht, sich als (für Einige vielleicht überraschend) vielfältige, interessante und nie langweilige Arbeitgeberin zu positionieren. Nicht zufällig ist Tinka eine Frau – denn bei den VBZ stehen zwar bereits vierhundert Frauen ihren Mann (oder ihre Frau? Wie heisst das nun korrekt? Hatte vielleicht Fräulein Ulmann doch recht.???), aber es dürften noch viel mehr sein. Nun auf jeden Fall wollen wir zeigen, dass die Berufe bei den VBZ gerade auch für Frauen eine gute Sache sind und Frauen im wahrsten Sinne ganz nach vorn gehören. Comics geben da eine gewisse Narrenfreiheit, um den manchmal auch hektischen Berufsalltag auf Zürichs Strassen mit einer gesunden Distanz, Humor und einer Prise Ironie zu betrachten. Kollege Sebastian Manhart aus Österreich hat übrigens darüber und ganz allgemein über die Personalmarketingaktivitäten der VBZ einen interessanten Bericht geschrieben.Ein guter Comicstrip (strip = Streifen) erzeugt beim Betrachten eine Art „Kino im Kopf“, und das im Fall von Tinka mit nur drei Bildern je Sequenz und einer reduzierter Textsprache. Diesen Film mit ein paar Strichen und Worten auszulösen, ist längst als Kunstform anerkannt. Die Künstler hinter Tinka, der Tramführerin, heisst Aldona Kaczkowski. Ich habe wie immer weder Kosten noch Mühe gescheut, sie bei ihrer Arbeit zu besuchen und in ein Gespräch zu verwickeln: Hier ein paar Auszüge daraus: 

Aldona, wer bist Du?
Das weiss ich selbst nicht immer so genau! Momentan, bin ich jemand, der versucht einen langjährigen Traum zu verwirklichen. Ich habe Psychologie studiert und mehrere Jahre in einem grossen internationalen Konzern im Bereich Leadership-Entwicklung gearbeitet. Diesen Job habe ich nun aufgegeben, um einer selbstständigen Tätigkeit nachzugehen.

Wie kommt es, dass Du mit diesem beruflichen Hintergrund nun zeichnest?
Die Frage müsste fast lauten: „Wie kam es, dass Du mit Deinem zeichnerischen Interesse in einem Konzern geendet bist?“… Denn das Zeichnen war für mich das Erste, an was ich mich als Kind erinnern kann. Ich hab schon immer viel gezeichnet! Doch dann denkt frau halt, dass frau was Anständiges lernen und arbeiten muss. Während meiner Arbeit ist dann das Zeichnen leider fast ganz in den Hintergrund gerutscht. Doch vor 2 Jahren hat eine gute Freundin und Kollegin mich gefördert mein Talent in der Arbeit einzubringen, auch in Schulungen. Da hab ich gemerkt, ich kann mit meinen Zeichnungen auch was bewirken.

Was möchtest Du denn bewirken?
Ich denke allem voran steht mein eigenes Motto „Nimm nicht alles so ernst, nicht mal Dich selber“. Meine Zeichnungen sollen auch mal ernste Themen auf lustige Weise reflektieren, und so beim Publikum vielleicht auch neue Perspektiven ermöglichen. Klar, in erster Linie bin ich schon froh wenn, ich einfach den einen oder anderen mal zum Lachen bringe. Wenn die Leute dann aber auch noch darüber nachdenken später, dann ist das der Zuckerguss!

Deine Hauptfiguren sind hauptsächlich Frauen, hat das einen tieferen Sinn?Absolut! Klar ist es naheliegend als Frau über Frauen zu zeichnen. Aber in meinem Webcomic „Working Beauty“ geht’s auch darum mal zu zeigen, wie’s Frauen in grossen Organisationen geht. Ich denke Gleichstellung am Arbeitsplatz ist immer(noch) ein wichtiges soziales Thema, und ich versuche dies auf lustige Weise zu beleuchten. Ausserdem finde ich einfach prägnante Frauen-Charaktere einfach klasse! Deshalb fand ich auch die Idee einer weiblichen Tramführerin so toll!

Was fasziniert Dich ausgerechnet am Zeichnen? Warum nicht malen? Oder fotografieren? Oder töpfern?
Ich habe ständig irgendwelche Ideen… Mit dem Zeichnen kann ich diese Ideen relativ schnell zu Papier bringen. Gemalt habe ich früher auch, das ist aber ein längerer Prozess und man erzählt damit nicht unbedingt Geschichten, sondern vermittelt eher Emotionen. Das hat auch seine Vorteile, aber für meine Ideen ist Zeichnen einfach das beste Stilmittel.

Erzähl uns doch kurz ein paar Dinge zu Tinka.
Ich liebe Tinka! Sie ist humorvoll, frech, jung (jünger als ich auf jeden Fall), kommunikativ, aktiv, aber vor allem extrem hilfsbereit. Sie hat manchmal ihre rauen Kanten (vor allem wenn’s nicht nach ihrem Kopf geht) aber ist tief drinnen ein gutmütiger Mensch. Sie ist auch eine Frau, die ihren Beruf liebt, auch wenn ihr manchmal komische Dinge passieren. Ich mag das an Tinka, sie ist einfach mit Herzblut Tramfahrerin und nichts bringt sie wirklich aus der Ruhe!

Und wieviel von Tinka steckt in Dir?
Ich denke jeder Comic-Charakter ist ein Teil von mir… aber auf der anderen Seite hat auch jeder Charakter etwas, was ich gerne sein möchte. Ich denke Tinkas Humor, Ruhe, ihre Offenheit und Toleranz mit anderen Menschen (auch wenn sie und ich auch so ihre Vorurteile haben), den Kopf durchsetzen, das trage ich alles in mir. Was ich wahrscheinlich bei Tinka abgucken möchte ist das Kommunikative. Ich glaube die Tinka hat keine Mühe wildfremde Menschen anzusprechen. Dafür bin ich oft ein wenig zu schüchtern… da kann ich von Tinka noch was lernen!

Woher holst Du die Ideen für Tinka, aber auch für Deinen Comicstrip mit Red?Ganz einfach, aus dem Leben! Aus meinen Erfahrungen und aus den Geschichten anderer. Dabei versuche ich aber immer vermeintlich „normale“ Geschehnisse anders zu interpretieren. Vieles was passiert oder was wir tun hat eine gewisse Ironie oder einen lustigen Aspekt, ich versuche einfach dieses Element rauszufischen und dann mit meinen zeichnerischen Scheinwerfern auszuleuchten…

So, jetzt will ich Dich nicht mehr länger vom Zeichnen abhalten. Danke, Aldona, für das interessante Gespräch und weiterhin viel Freude.

Mehr von Aldona und ihrem wöchentlichen Comic-Strip mit „Red“ und anderen spannenden Frauen gibt’s unter www.workingbeauty.com. Tinka berichtet über ihre Grossstadtabenteuer neu ganz frisch jede Woche auf der Karriere-Fanseite der VBZ auf Facebook).

 

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