Blog


Waidmannsheil: jobs.ch setzt auf Scharfschützen-Recruiting

Foto-9Waidmannsheil. Es ist wieder Jagdzeit. Draussen kommt unübersehbar der Herbst, doch jobs.ch, die unbestrittene Nummer eins der Jobbörsen in der Schweiz und Blogger Friendly Company, spürt den Frühling. Und wie: Heute Mittwoch stellte das Zürcher Unternehmen ihre brandneue CV-Datenbank vor. Eigentlich müsste man ja sagen: lanciert neu, denn das Unternehmen sammelte bereits vor Jahren Erfahrungen mit einer Datenbank für Lebensläufe. Das neue Baby heisst jetzt zeitgemäss CV Cloud und erleichtert die Jagd nach spannenden Berufsleuten und Talenten. Der Schweizer Branchenleader gibt jetzt so richtig Gas und steigt auf den anrollenden Active Sourcing Zug auf. 

Vor ungefähr zehn Jahren führte jobs.ch eine CV Datenbank. Deren Akzeptanz war gering, unter anderem deshalb, weil die Integration in die Suchprozesse und somit der Nutzen für die Recruiter ungenügend war. Daraus haben die Entwickler von der Zürcher Carmenstrasse gelernt. Und mehr noch: In der Ausgestaltung der Features ihres neuesten Produkts hat jobs.ch nicht nur einfach auf die Kunden gehört, sondern professionelle Searcher wie zum Beispiel Gianni Raffi von Swiss Life (hier im Prospective-Interview) mit in die Entwicklung einbezogen. Das nenne ich gelebte Kundenorientierung!

Bildschirmfoto 2013-10-24 um 21.41.51

Aus „Post and pray“ wird Active Sourcing

Jobbörsen wie jobs.ch leben ja eigentlich davon, dass die HR-Welt konservativ ist. Stelleninserate im Look and Feel der Zeit, als Elvis Presley ein Superstar war, mutierten dank dem praktischen pdf-Mäntelchen kurzerhand zu online-Inseratetransvestiten. Okay, ich will nicht so negativ sein. Die HR-Menschen sind treue Seelen und die Stellenplattformen leben gut damit. Noch.

Nachdem Demografie und Fachkräftemangel lange Jahre nicht viel mehr als wohlige Schauer über die Rücken von uns Personaler/-innen an netten Veranstaltungen und bei Weisswein und Cüpli am Apéro riche gejagt haben, weht nun langsam aber sicher der „Wind of Change“ immer rauer durch unsere HR-Amtsstuben. „Post and pray“ wird für immer mehr Berufe und Branchen zur Nullnummer, der Schrotflinten-Search kommt an seine Grenzen. Active Sourcing, also das Scharfschützen-Recruiting, wie es Jobagent Cornel Müller nennt, wird immer wichtiger. Darauf bauen die Business-Netzwerke wie Xing oder Linkedin oder eigentliche Headhunting-Plattformen wie zum Beispiel Experteer, das schon seit einigen Jahren den Frühling im Schweizer Headhunting eingeläutet hat, auf. Aus dem Active Sourcing Rinnsal wird langsam aber sicher ein reissender Fluss – naja, sagen wir mal vorerst ein gemütlicher Bach, das ist hier schliesslich ein seriöser Blog und hier wird nicht übertrieben. Nie! (okay, fast nie…)

Jetzt fährt also der Branchenprimus jobs.ch schweres (Marketing-) Geschütz auf und sorgt für die Zukunft (auch) vor und auf ihre Jobcloud. Damit soll der pro-aktive Search vereinfacht werden. Aber: kannibalisiert sich damit jobs.ch nicht in ihrem ureigensten Kerngeschäft selber? Ich habe Marketingchef Michel Kaufmann – unter anderem – genau das gefragt:

Im Unterschied zu Xing oder Linkedin, die eher auf die Ansprache latent Suchender fokussieren, setzt jobs.ch also auf frische Lebenläufe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die aktiv Ausschau nach einer neuen beruflichen Herausforderung schauen. Ähnlich wie Experteer, aber tendenziell in einem etwas anderen Bewerbersegment.

Look and feel

Ein erster Selbstversuch zeigt: Die Jobcloud und ihre Benutzeroberfläche sind gelungen. Die Suche nach passenden Lebensläufen ist einfach und erfolgt weitgehend intuitiv. Hier ein paar Eindrücke aus dem neuen Recruitinginstrument:

Bildschirmfoto 2013-10-23 um 06.13.12

 

Bildschirmfoto 2013-10-23 um 06.13.47

 

Bildschirmfoto 2013-10-23 um 06.14.17

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Ja, würde ich sagen – und das muss nicht schlecht sein (ich zum Beispiel mag einen schönen alten Bordeaux oder Barolo – von mir aus kann der auch aus einer modernen, schön gestaltet Flasche stammen). Die CV Cloud ist an sich nicht neu und wird die HR-Welt wohl kaum revolutionieren. Genau das ist eine gute Voraussetzung, um Erfolg im HR-Markt zu haben. Ein Schritt nach dem anderen – keine schlechte Taktik in dieser Branche und zusammen mit der Erfahrung und der Marketingpower von jobs.ch fast schon ein Erfolgsgarant.

Das Instrument ist einfach anwendbar und schön gemacht. Es enthält alle wichtigen Features, die Recruiter brauchen. Aber nicht jeden technischen Schnickschnack, der heute zwar schon möglich wäre, aber die Seite dann wohl zum optischen Supermarkt verkommen und die Anwender verzweifeln lassen würde. Sinnvolle Weiterentwicklungen wie zum Beispiel in Richtung „One-Click-Bewerbung“ sind jedoch geplant. Bei den Suchfunktionen kommt fast schon so etwas wie ein Xing-Feeling auf – viele der Features kommen einem bekannt vor. Auch das muss nicht schlecht sein. Stolz ist man bei jobs.ch auch auf die umfassende Onthologie – damit lassen sich auch Suchtreffer generieren, die inhaltlich passend sind, aber ganz anders lauten.

Mehr Informationen gibt’s auf den Blogs von Eva Zils und Prospective.

Na dann also, Waidmannsheil auf der Jagd nach den passenden CV’s und…

Auf Wiederlesen

Kommentare ( 0 )

    Kommentar

    Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *